, Janssen Matthias

Sechs Meister für die 2. Herren

Das diesjährige Saisonende bescherte unserer 1. Herren mit dem Meistertitel Grund zum Jubeln, ist nun aber auch die Zeit des Abschiednehmens. Gleich sechs wohlverdiente Akteure mit der geballten Erfahrung von mehr als 1.500 Pflichtspielen im FT-Trikot verlassen die Mannschaft, nicht aber den Verein.

Denn Patric Jacobs, Lars Otten, Tammo Scholz, Hauke Franke, Benjamin Bruns und Steffen Carsjens werden in der kommenden Saison vorwiegend bei unserer 2. Herren zu sehen sein, wo sie auf weitere ehemalige Größen der 1. Herren treffen werden, wie bereits dieses Foto vermuten lässt.

 

Patric Jacobs war schon als Jugendspieler des TuS Hinte Teil einer Spielgemeinschaft mit Groß-Midlum. Als die 1. Herren dann ohne Torhüter in die Rückserie der Spielzeit 2010 / 2011 gehen musste, stand Paddy parat, spielte ein Halbjahr lang für A-Jugend und 1. Herren und trug so zum Aufstieg am Ende der Saison bei. Es war der Beginn einer zehnjährigen Zeit als Stammkeeper, in der er sowohl die Meisterschaft 2017 und den bitteren Abstieg im Folgejahr als auch den direkten Wiederaufstieg 2019 miterlebte. Als dann 2021 mit Thore Grotzeck ein neuer Konkurrent um den Platz im FT-Tor kam, stellte sich Paddy nicht nur dem Konkurrenzkampf, er empfing den zehn Jahre jüngeren Kontrahenten mit offenen Armen und erleichterte ihm so die Eingewöhnung im neuen Umfeld enorm. Die Einsatzzeiten unserer Nummer 1 sanken in der Folge zwar, doch sein Engagement blieb unverändert hoch. Ob als Kassenwart, Kabinen-DJ oder Rückhalt auf dem Platz, auf Paddy war stets Verlass. So auch in der abgelaufenen Saison, in der er bereits überwiegend bei der FT-Reserve zum Einsatz kam, aber auch im Trikot der 1. Herren sein Können unter Beweis stellte. In drei von vier Spielen blieb er ohne Gegentor und rettete zudem den wichtigen Sieg in Blomberg mit einem überragenden Reflex in der Schlussphase.

 

Zuverlässigkeit und hohes Engagement sind auch Werte, die in besonderem Ausmaß mit Lars Otten in Verbindung gebracht werden müssen. Denn in seinen elf Jahren als Mil’mer hatte Otti nicht nur fast durchgängig einen Stammplatz inne, sondern gehörte auch regelmäßig zu den Akteuren mit der besten Trainingsbeteiligung. 2015 verließ er den TuS Hinte, um in seinem Wohnort Fußball zu spielen. Schnell war er mit seiner Dynamik und solider Defensivarbeit nicht mehr von den defensiven Außenbahnen wegzudenken. Auf dem Platz nicht als Lautsprecher bekannt, gehörte Otti auch in der Kabine stets zu den ruhigeren Vertretern. Umso war die Freude seiner Mitspieler über jedes gemeinsam getrunkene Bier. Apropos Freude: Der 29.10.2023 wird für alle, die dabei waren, immer eng mit dem Namen unserer Nummer 20 verbunden sein. Sein erstes und einziges Pflichtspieltor in mehr als 250 Einsätzen erzielte er ausgerechnet auf Borkum. Dieser Distanzschuss half mit, die schier endlose Negativserie bei den Midlumer Inselgastspielen zu durchbrechen und schob gleichzeitig denjenigen in den Mittelpunkt, der die Aufmerksamkeit stets zu meiden versuchte.

Wie bei Otti ist die Defensive auch das Einsatzgebiet von Tammo Scholz. 2011 wurde er nach dem Ende seiner Jugendspielerzeit noch zu Zeiten der Manndecker ein wichtiger Baustein der Startelf und überzeugte mit starkem Zweikampfverhalten und verlässlichem Aufbauspiel. Gebremst wurde dieser frühe Höhenflug zunächst durch Verletzungen, endgültig gestoppt schließlich durch einen studienbedingten Umzug. Doch auch Tammo gehört zu den Midlumern, bei denen der Kontakt trotz größerer Distanz nie abgerissen ist und so folgte auf den Umzug nach Emden 2020 auch das Comeback bei der Freien Turnerschaft mit Einsätze in beiden Herrenmannschaften, wobei sich diese zunehmend in Richtung der zweiten Mannschaft verschoben. Doch auch ohne regelmäßige Startelfeinsätze blieb Tammo fester Bestandteil der 1. Herren, geschätzter Gesprächspartner in der Kabine und im Training als häufiger Schütze des entscheidenden letzten Tores manches Mal der Schrecken der Torhüter.

 

Zu Tammos Mitspielern bei der 2. Herren gehörte zuletzt oftmals auch Hauke Franke. Nachdem er als A-Jugendlicher für zwei Jahre zum JFV Krummhörn wechselte, kehrte er 2013 mit dem Übergang in den Herrenbereich nach Groß-Midlum zurück. Hier brauchte unsere Nummer 10 keine lange Anlaufzeit – im Gegenteil, denn er war sofort ein echter offensiver Unterschiedsspieler. Mit seiner Geschwindigkeit und einer überragenden Ballbehandlung brachte er jeden Gegenspieler schnell ins Schwitzen und avancierte vielfach zum Matchwinner. Trotz höherklassiger Anfragen hielt Hauke dem Verein stets die Treue. Nach dem Wiederaufstieg in die A-Klasse stellte er seine fußballerische Klasse und taktische Variabilität einmal mehr unter Beweis, als er, zum Verteidiger umfunktioniert, auch in der defensiven Rolle mit starken Leistungen überzeugte. Inzwischen erfolgte die „Rolle rückwärts“, sodass Hauke in der abgelaufenen Saison mit zwölf Treffern als torgefährlichster Offensivakteur unserer 2. Herren glänzte. Leider endete die Saison allerdings mit einem erheblichen Wehrmutstropfen, denn eine schwerwiegende Knieverletzung wird Hauke lange zum Zuschauen zwingen. Wir wünschen dir auch an dieser Stelle gute und schnelle Genesung!

 

Die Liste der schmerzhaften Abgänge beinhaltet auch den Namen des dienstältesten Akteurs. Bereits 2009 bestritt Benjamin Bruns seine ersten Spiele im Seniorenbereich. Damals stellte er sich als A-Jugendlicher in den Dienst des Vereins und nahm die Doppelbelastung aus Jugend- und Herrenfußball auf sich. Über die nächsten 17 Jahre gehörte Ben zum Inventar der 1. Herren und brachte es auf mehr als 400 Pflichtspieleinsätze. Es hätten noch wesentlich mehr sein können, wären nicht Verletzungen ein konstanter Begleiter während dieser Zeit gewesen. Doch Knieoperationen, ein gebrochenes Handgelenk oder ein Achillessehnenriss, all das konnte unsere Nummer 4 nicht stoppen. Immer wieder arbeitete er sich mit vorbildlichem Ehrgeiz und ausgeprägter Selbstdisziplin zurück und ermöglichte sich so eine deutlich längere Laufbahn als viele ihm angesichts dieser Verletzungshistorie zugetraut hätten, die nun mit der Meisterschaft im letzten Ligaspiel einen krönenden Abschluss fand.

Erneut verabschiedet wird Steffen Carsjens. Schon 2022 hatten sich unsere Wege getrennt, als Steffen die Herausforderung bei den Sportfreunden Larrelt in der Bezirksliga annahm. Nach einem Jahr führte der Weg des Midlumer Eigengewächses zurück in seine sportliche Heimat. Zuvor war unsere Nummer 11 über acht Jahre als physisch starker, blitzschneller und torgefährlicher Angreifer ein wichtiger Bestandteil der Midlumer Offensivabteilung gewesen. Doch schon dort standen körperliche Probleme ihm immer wieder im Weg. Diese Hindernisse prägten leider auch die drei Jahr nach seiner Rückkehr. Wann immer Steffen Fahrt aufnahm, stoppte ihn sein Körper. Anfang 2025 als Verteidiger in der Startelf gesetzt, bedeutete eine Schulter-OP das frühe Saisonaus. Nachdem er dadurch auch den Anfang der abgelaufenen Saison verpasste, spielte er in der Hinserie als Offensivkraft eine wichtige Rolle. Ein überzogener Platzverweis und ein Leistenbruch bremsten ihn abermals aus, nachdem er jeweils mit wichtigen Toren gegen Egels-Popens und Großheide zum Matchwinner geworden war. In der Rückrunde folgte die erneute Versetzung in die Defensive, wo er sich als verlässliche Größe präsentierte, ehe er im Saisonendspurt als Offensivjoker einen wertvollen Beitrag zur Meisterschaft leistete.

 

Die 1. Herren lässt alle sechs Akteure nur schweren Herzens gehen. Die Mannschaft verliert mit Paddy, Otti, Tammo, Hauke, Ben und Steffen nicht nur unschätzbare Erfahrung und fußballerische Qualitäten, vor allem aber sechs als Spieler und Menschen äußerst geschätzte Persönlichkeiten, die nicht nur an der sportlichen Entwicklung, sondern auch dem Zusammenwachsen des Teams abseits des Rasens und der Identifikation mit Verein und Mannschaft wesentlichen Anteil hatten. Als ihre Einsatzzeiten in den letzten Wochen der Saison geringer ausfielen, unterstrichen sie einmal mehr ihre Qualitäten als Teamplayer, ordneten sich dem Mannschaftserfolg unter und unterstützten ihre Mitspieler im Training, von der Bank aus oder als Joker bestmöglich.

Bei aller Wehmut über diese Abschiede überwiegt die Dankbarkeit für unzählige besondere Momente auf und neben dem Platz. Ebenso freuen wir uns über den bestmöglichen Abschluss als Meister sowie dass alle dem Verein erhalten bleiben und künftig die 2. Herren verstärken werden. Dies bietet zudem die Chance das ohnehin überragende Verhältnis zwischen beiden Herrenteams weiter zu festigen und auszubauen.

Danke, Paddy, Otti, Tammo, Hauke, Ben und Steffen und weiterhin alles Gute bei der Freien Turnerschaft!